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Sozialträger fordern stabile Finanzierung
Beim parlamentarischen Frühstück im Abgeordnetenhaus Berlin setzt sich Immanuel Beratung für stärkere Unterstützung der allgemeinen unabhängigen Sozialberatungsstellen und der Wohnungsnotfallhilfe ein.
Beim ersten parlamentarischen Frühstück der Kirchen und christlichen Wohlfahrtsverbände im Berliner Abgeordnetenhaus am 26. März kamen Vertreter*innen aus Kirchen, Diakonie und Caritas mit Abgeordneten und Senatsmitarbeitenden ins Gespräch über die vielfältigen Leistungen der gemeinnützigen Sozialwirtschaft. Sie gelte es politisch und finanziell zu sichern – damit Berlin „stabil bleibt“. Mit dabei für die Immanuel Albertinen Diakonie waren Simona Barack, Leiterin der Immanuel Beratung Prenzlauer Berg, der allgemeinen unabhängigen Sozialberatung und der Wohnungslosentagesstätte, sowie Dirk Brigmann, Geschäftsführer von Beratung + Leben. Sie warben für eine ausreichende Finanzierung der Angebote und der Beratung für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.
In der Kantine, dem sogenannten „Casino“ des Abgeordnetenhauses, tauschten sich Simona Barack und Dirk Brigmann mit Abgeordneten der SPD, der CDU, von Bündnis90/Die Grünen und der Linken sowie mit Mitarbeitenden der Finanzverwaltung und des Senats aus.
„Unsere Beratungsstellen sind wie Hausarztpraxen“
Simona Barack war zufrieden mit den vielen Gesprächen. „Mehrere Abgeordnete haben zugesagt, die Anliegen mit ins Parlament zu nehmen, um die Existenzsicherung der Menschen zu verbessern. Dafür muss Sozialberatung gesichert und gestärkt werden. Die Haushaltskürzungen dürfen nicht die Ärmsten treffen“, so Barack. Auch die überlasteten Ämter müssten besser finanziert werden, damit Anträge zügiger bearbeitet werden können. Barack unterstrich die gesellschaftliche Leistung der freien Träger. „Unsere Beratungsstellen sind wie Hausarztpraxen. Wir fangen die Leute auf und sind die erste niedrigschwellige Anlaufstelle, wo alle erstmal hinkommen.“
Gemeinsam mit Dirk Brigmann wies sie auch auf die unzureichende Finanzierung der Verwaltungskosten in der Arbeit mit wohnungslosen Menschen im Bezirk Pankow hin. Der Bezirk, in dem auch die Immanuel Beratung Prenzlauer Berg liegt, finanziere aus den vom Senat bereit gestellten Mitteln nur die Personal- und Sachkosten für die direkte Arbeit mit den Klienten, nicht aber den sogenannten Overhead. Andere Bezirke hingegen finanzierten auch diese Kosten mit. „Wir brauchen eine einheitliche Finanzierung der Overheadkosten in allen Bezirken. Das muss der Senat für die Weitergabe der Gelder festlegen“, sagte Dirk Brigmann. „Für die Erziehungs- und Familienberatung gibt es diese Regelung für alle Bezirke bereits. Es ist also möglich.“
Hilfe für hunderttausende Berlinerinnen und Berliner
Im nächsten Schritt wird Immanuel Beratung ein Positionspapier mit konkreten Forderungen an die Berliner Fraktionen schicken, damit sie in die jetzt anstehenden Koalitionsgespräche vor den Abgeordnetenhaus Wahlen im September einfließen können.
Das Diakonische Werk und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz, der Caritasverband und das Erzbistum Berlin hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Im Casino waren Stationen für ihre vielen unterschiedlichen Arbeitsbereiche aufgebaut, an denen sich die Abgeordneten über die Angebote informieren konnten.
In einer Zeit großer sozialer gesellschaftlicher Herausforderungen gäben die Kirchen und die christlichen Wohlfahrtsverbände Berlin Stabilität, betonten Caritasdirektorin Ulrike Kostka und Diakoniedirektorin Ursula Schön. „Wir verhindern das Schlimmste und sind vorbereitet, wenn die Krise zuschlägt.“ Zur Sicherung und Weiterentwicklung dieser tragfähigen Strukturen brauche es starke politische Partner. „Nur im engen Zusammenspiel von Kirche, Wohlfahrt, Zivilgesellschaft und Politik kann Berlin sozial gerecht, resilient und zukunftsfähig gestaltet werden. So bleibt unsere Stadt stabil!“
Mit fast 200.000 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind Kirche, Diakonie und Caritas Anker für eine funktionierende Wirtschaft und tragfähige Stadtgesellschaft, die alle Menschen einschließt, heißt es im Informationspapier. Die Angebote erreichen jedes Jahr hunderttausende Berlinerinnen und Berliner.
Mehr Informationen zur Tagesstätte Sozialprokt Prenzlauer Berg.





