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Ursprünglich wurde der Tag ins Leben gerufen, um auf die Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids aufmerksam zu machen. HIV und Aids wurden zu Beginn der 1980er Jahre erstmals bekannt und breiteten sich rasant aus. Die globale Pandemie forderte und fordert bis heute viele Leben. Gleichzeitig waren die Betroffenen massiver Ausgrenzung, Verurteilung und Stigmatisierung ausgesetzt.

Lange fehlte es an Wissen über diese Krankheit sowie am gesellschaftlichen und politischen Willen, entschieden zu handeln. Da HIV zunächst besonders häufig bei homosexuellen Menschen diagnostiziert wurden, verstärkte sich die bereits bestehende Diskriminierung gegenüber queeren Menschen deutlich. Viele an AIDS erkrankte Menschen starben isoliert und unter unwürdigen Bedingungen. Medizin, Politik, Kirche und Gesellschaft haben diese Menschen im Stich gelassenAus dieser Not gründete sich die Aids-Hilfe, um Betroffenen eine menschenwürdige Versorgung und Sterbebegleitung zu ermöglichen.

Heute ist HIV noch immer nicht heilbar, aber gut behandelbar. Mit medizinischer und medikamentöser Behandlung können HIV-positive Menschen ein langes und gutes Leben führen. Voraussetzung dafür sind jedoch gerechte Gesundheitsstrukturen, Zugang zu Versorgung sowie rechtliche Rahmenbedingungen, die gleiche Rechte für alle sichern. Denn auch heute werden queere Menschen weiterhin diskriminiert und angefeindet. Regenbogenflaggen, selbst an unserem queersensiblen Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg, werden regelmäßig abgerissen oder beschädigt, um ein Zeichen der Ausgrenzung zu setzen und deutlich zu machen: Queere Menschen sind nicht willkommen.

Diskriminierung betrifft jedoch nicht nur die sexuelle Orientierung. Menschen erleben Ausgrenzung und Benachteiligung auch aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Behinderung, ihres Körpergewichts, ihrer (zugeschriebenen) Herkunft, Religion, Alters oder ihres sozialen Status.

Gesetze sind wichtig, aber sie alleine reichen nicht aus. Ebenso wichtig ist unser eigenes Handeln. Wir müssen zuhören, hinschauen und eingreifen, wenn Menschen angegriffen oder abgewertet werden. Wir müssen handeln, um Diskriminierung sichtbar zu machen, um Solidarität zu zeigen insbesondere und gerade dann, wenn Betroffene es alleine nicht können. Wir tragen alle gemeinsam eine Verantwortung für ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander.

Der Zero Diskrimination Day steht für das Ziel, gleiche Rechte für alle Menschen zu verwirklichen und Diskriminierung konsequent entgegenzutreten.

Auch unser Beitrag zählt! Aber was können wir konkret tun?

Lassen Sie uns an diesem Tag, und darüber hinaus, aufmerksam durch unseren Alltag gehen! Wo hören wir beispielsweise abfällige Bemerkungen über queere Menschen oder Menschen mit einer Migrationsgeschichte? Wo sehen wir Barrieren für Menschen mit Behinderungen? Wo fehlen Menschen mit Behinderungen ganz im öffentlichen Raum?

Denn Veränderung beginnt mit Wahrnehmung und diese wiederum wirkt auf unser Handeln.

Wir laden Sie ein, das Leitbild sowie die Erklärung gegen Menschenfeindlichkeit der Immanuel Albertinen Diakonie aufmerksam zu lesen und sich mit den darin formulierten Werten auseinanderzusetzen.

Suchen Sie das Gespräch mit Menschen, die Diskriminierung erfahren, hören Sie ihnen zu und fragen Sie offen, wie Sie sie unterstützen und stärken können.

Die Immanuel Albertinen Diakonie steht für „Achtung, Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen“.

Lassen Sie uns dieses Versprechen gemeinsam mit Leben füllen – durch Haltung, durch Aufmerksamkeit und durch konkretes Handeln.

Zum Leitbild der Immanuel Albertinen Diakonie.

Zur Erklärung gegen Menschenfeindlichkeit