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Hör-Tipp: 4. Immanuel Krebsforum in Rüdersdorf und Buckow
Prof. Dr. med. Diana Lüftner spricht bei Radio Paradiso über aktuelle Entwicklungen in der Krebsmedizin – und macht neugierig auf das 4. Immanuel Krebsforum am 25. April 2026 in Buckow und Rüdersdorf.
Jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens statistisch an Krebs erkranken – eine Zahl, die aufrüttelt und zeigt, wie wichtig fundierte Information, Vorsorge und eine gute Begleitung sind. Im Gespräch mit Radio Paradiso spricht Prof. Dr. med. Diana Lüftner, Chefärztin der Immanuel Klinik Märkische Schweiz, mit Moderatorin Julia Nogli darüber, was Patientinnen, Patienten und Angehörige heute wissen sollten und welche Entwicklungen Hoffnung geben.
Ein besonderer Fokus des Interviews liegt auf dem 4. Immanuel Krebsforum, das am 25. April in Rüdersdorf und Buckow stattfindet. Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Betroffene, sondern ausdrücklich auch an Angehörige und alle Interessierten. Ziel ist es, verständlich über moderne Diagnostik- und Therapieverfahren zu informieren, Orientierung zu geben und Raum für persönliche Fragen zu schaffen.
Unterstützende Therapien
Unter dem Leitthema „Unterstützende Therapien – Wie überwinden unsere Patientinnen und Patienten ihre Therapiefolgen“ erwartet die Teilnehmenden an beiden Standorten ein abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen – von Früherkennung und Prävention über moderne Therapieansätze bis hin zu unterstützenden Angeboten im Alltag mit der Erkrankung.
Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Psychoonkologinnen und -onkologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus den onkologisch tätigen Abteilungen der Immanuel Albertinen Diakonie haben sich gemeinsam mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen anderer Kliniken zusammengeschlossen, um persönlichen Fragen, Sorgen und Hoffnungen von Betroffenen und Interessierten aufzugreifen. Ergänzend dazu werden einzelne Vorträge zwischen Buckow und Rüdersdorf live übertragen – so können Interessierte an beiden Standorten teilnehmen, Fragen stellen und ihr Wissen erweitern.
Darüber hinaus besteht nach vorheriger Anmeldung die Möglichkeit, in individuellen Beratungsgesprächen direkt mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Bei einem kleinen Imbiss lädt zudem eine Ausstellung von Selbsthilfegruppen und unterstützenden Angeboten dazu ein, sich zu informieren und auszutauschen.
Die Immanuel Klinik Märkische Schweiz und die Immanuel Klinik Rüdersdorf laden herzlich dazu ein, uns kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich in vertrauensvoller Atmosphäre zu informieren.
4. Immanuel Krebsforum für Betroffene und Interessierte
In der Sendung „Natürlich gesund“ bei Radio Paradiso spricht Prof. Dr. Diana Lüftner über das kommende 4. Immanuel Krebsforum mit Vorträgen, Beratung und Austausch für Betroffene und Interessierte.
Julia Nogli: Sie sind bei Radio Paradiso mit Natürlich gesund. Ich bin Julia Nogli und wir sprechen heute über ein Ereignis, das bald bevorsteht und schon fleißig von vielen Akteuren vorbereitet wird, nämlich das vierte Immanuel Krebsforum am Samstag, dem 25. April.
Und dabei sein wird auch Prof. Diana Lüftner, Chefärztin der Immanuel Klinik Märkische Schweiz in Buckow, Fachklinik für onkologische Rehabilitation und Onkologin in der Onkologischen Poliklinik am Standort Rüdersdorf der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Und sie habe ich jetzt am Telefon. Hallo.
Prof. Diana Lüftner: Hallo Frau Nogli.
Julia Nogli: Ja, warum diese öffentliche Veranstaltung einen ganzen Tag lang für jeden Interessierten, jede Interessierte zum Thema Krebs?
Prof. Diana Lüftner: Ja, das ist ja sozusagen eigentlich ein Entgegenkommen an die Bedürfnisse der Bevölkerung. Wir wissen ja in Deutschland, jeder zweite Mensch, 50 Prozent der Bevölkerung statistisch gesehen, wird im Laufe seines Lebens an einer Krebserkrankung erkranken. Das ist also mit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen diejenige Erkrankung, die einfach am häufigsten sind.
Das heißt, wir haben einen hohen Bedarf an Informationen. Und wir haben es ganz bewusst offen gelassen, da kann jederzeit frei hinkommen jeder Betroffene, also der selber erkrankt ist oder betroffen ist, weil ein Angehöriger erkrankt ist oder einfach jemand, der sich für Prävention interessiert und alles versuchen möchte, sich so zu informieren, dass er sein Erkrankungsrisiko reduziert.
Julia Nogli: Also dieses Projekt gesundheitliche Aufklärung einfach, was ja immer wichtiger auch wird. Welche Experten und Abteilungen werden so dabei sein?
Prof. Diana Lüftner: Naja, wir haben natürlich beide Standorte, den Standort Rüdersdorf wie auch die Immanuel Klinik irgendwie abgebildet. Mit den Dingen, die für die Lebensführung von Menschen wichtig sind. Als Beispiel bei Zustand nach Brustkrebs.
Wann brauche ich einen plastischen Chirurgen? Wie komme ich denn da ran? Was kann der eigentlich?
Oder die Hautpflege. Egal welche Krebserkrankungen man hat und hat eine entsprechende Antitumor-Therapie. Wieso ist meine Haut trocken?
Was kann ich da tun oder was sollte ich besser lassen? Immer wieder kommendes Thema die Ernährung. Untertherapie oder auch danach als sekundäre Prävention.
Und dann ganz abrundend vielleicht auch mal, wie rede ich eigentlich mit meinem Doktor? Welche Form von Vorbereitung kann ich selber machen, damit mein Arzt-Patientengespräch mir wirklich weiterbringt und ich alle meine Anliegen an den Mann oder die Frau bringe?
Julia Nogli: Vielleicht gehen wir die mal einzeln so ein bisschen durch, auch wenn es jetzt noch viel mehr Themen ja gibt. Ich glaube es sind 20 oder 30.
Prof. Diana Lüftner: Genau.
Julia Nogli: Plastische Rekonstruktion, Körperbild bei Brustkrebs. Hat sich denn da was verändert? Also ich hoffe wieder mal zum Positiven.
Prof. Diana Lüftner: Tatsächlich ist es so. Also die erste große Besserung ist ja, dass die meisten Frauen brusterhaltend operiert werden können. Also dass man nicht mehr die Brust an sich entfernen muss, sondern nur das tumortragende Gewebe, wie man es so schön nennt.
Jetzt kommt es halt darauf an, ist es eine große Brust mit dem kleinen Tumor, dann mag man das Defizit vielleicht gar nicht sehen. Aber bei einer kleinen Brust mit dem großen Tumor ist das halt so. Und da muss man sich von Anfang an Gedanken machen, will ich später eine Rekonstruktion?
Wie geht das eigentlich? Passt ein Implantat rein? Kann man das durch Eigengewebe machen?
Und die größte Neuerung, die die plastischen Chirurgen ja anbieten, ist die sogenannte Eigenfett-Transplantation. Da kann man ja so spaßig fast manchmal sagen, Fett haben wir doch meistens relativ viel als Möglichkeit zu transplantieren. Und kleinere Defekte können eben mit dem eigenen Fett gedeckt werden oder verbessert werden.
Da versuchen wir eben Beratung an die Betroffenen zu bringen.
Julia Nogli: Ist das auch was für jemanden, der vielleicht vor längerer Zeit schon operiert wurde und dass man das nochmal nach neuesten Standards ändert? Oder würde man da nicht nochmal rangehen?
Prof. Diana Lüftner: Doch, da würde man auf jeden Fall rangehen können. Wenn der Leidensdruck der Patientin das indiziert, kann man natürlich auch Dinge, die schon vor Jahren gemacht worden sind, nochmal verbessern. Das muss jetzt auch gar keine so große Defektkorrektur sein, sondern zum Beispiel auch nur Narbenkorrekturen.
Wenn irgendwas Richtung Achselhöhle zieht und deswegen die Beweglichkeit des Arms eingeschränkt ist. Es gibt ja viele Gründe, warum man eine Rekonstruktion oder eine Verbesserung herbeiführt. Das Alter der Patientin und die Dauer des zurückgelegenen Eingriffs spielen dabei eigentlich eine zurückgestellte Rolle.
Julia Nogli: Okay, da ist ja wirklich dann für jede Betroffene was, dahin zu gehen, den Vortrag zu hören und eben Fragen zu stellen. Ich habe irgendwo gelesen, sogar Untersuchungen werden angeboten?
Prof. Diana Lüftner: Genau, unser Spezialist, Herr Dr. von Fritschen, macht eine begrenzte Anzahl von Einzelberatungen wie eine kleine Sprechstunde.
Julia Nogli: Dann haben Sie es eben schon gesagt, Haut-, Schleimhaut- und Augenpflege würde man jetzt überhaupt nicht in Zusammenhang mit Therapie bei Krebs bringen. Warum ist denn das ein großes Thema?
Prof. Diana Lüftner: Naja, bei Krebserkrankungen machen wir ja Therapien, die die Zellteilung von vermeintlich verbliebenen Krebszellen reduzieren. In übergeordneten Worten, die stören die Zellteilung an sich. Und was macht die Haut, die in ihrer Zellteilung gestört ist?
Sie macht eine sogenannte Barrierestörung. Oder in anderen Worten, die Hautzellen und ihre Hornlamellen sitzen nicht mehr so schön dachziegelartig übereinander und das führt zu einem Wasserverlust. Und trockene Haut, die ist gerötet, die juckt und die stört.
Und deswegen ist medizinische Hautpflege in der Onkologie ein ganz großes Thema, um die Lebensqualität zu wahren.
Julia Nogli: Okay, und dann Ernährung. Das ist natürlich ein Klassiker, auch bei vielen Krankheiten, natürlich auch bei Krebs. Prävention dann unter der Therapie und auch später.
Ich glaube, Professor Michaelsen, der ja viel dazu auch veröffentlicht hat, wird dazu was sagen, der ja viel auch auf pflanzenbasierte Ernährung setzt. Haben Sie da schon eine Ahnung, in welche Richtung das gehen wird?
Prof. Diana Lüftner: Herr Michalsen ist wirklich unglaublich gut in der Erklärung und der Weiterbildung der Patienten. Er macht auch eine ganz gute Unterscheidung, dass Ernährung unter einer Therapie eine andere ist als danach, wenn der Mensch sozusagen wieder eigentlich gesund ist. Unter Therapie ist es manchmal nicht schlau, bestmöglich gesunde Therapie, die viel Ballaststoffe hat, zu sich zu nehmen, weil der Darm geärgert ist und er kann dann mit den Ballaststoffen nicht so gut zurechtkommen.
Dann mag es sein, sich eher ballaststoffärmer zu ernähren und dann, wenn die ganze Therapie wieder durch ist und man wieder gesund ist, wieder auf die gesunde Ernährung zurückzugehen, die ballaststoffreich ist, hoch an Fisch, weniger Fleisch, viele Ballaststoffe in Form von Obst und Gemüse, so die klassische mediterrane Kost. Er macht eine schöne Unterscheidung, dass es zwischen unter Therapie und danach nicht immer das Gleiche ist.
Julia Nogli: Und er wird wahrscheinlich wieder auch gut begründen, auch durch Studien, warum dies alles so sein soll und dass es nicht einfach nur eine Modeerscheinung ist.
Prof. Diana Lüftner: Nein, das ist einer derjenigen, der wirklich große international anerkannte Studien dazu gemacht hat und es auch wirklich perfekt darstellen konnte und auch entsprechend in Fachzeitschriften publizieren.
Julia Nogli: Und dann sagten Sie Arzt-Patienten-Kommunikation. Das finde ich auch interessant. Wie wird darüber berichtet?
Prof. Diana Lüftner: Nicht jeder Mensch kann immer mit jedem gut kommunizieren. Das ist wie in der normalen Welt auch. Wir trainieren ja unsere Studenten zunehmend für Kommunikationstechniken im Sinne von offenen Fragen stellen, Zusammenfassungen machen, nicht zu viel auf einmal zu transportieren.
Das ist die eine Seite. Und die andere Seite ist natürlich der betroffene Patient. Der kann sich auch vorbereiten.
Also was will ich unbedingt wissen? Was sind meine drei wichtigsten Themen? Die schreibe ich mir vorher auf, damit ich es dann im Eifer des Gefechtes nicht vergesse.
Wer kann mich begleiten, wenn ich irgendwie überfordert bin, weil ein zweites Paar Ohren einfach noch besser hört, wenn ich schon irgendwie abschalte. Das sind die wichtigsten Aspekte. Auch nachher, wenn man aus dem Gespräch rausgeht, Notizen machen.
Was habt ihr denn eigentlich gesagt?
Julia Nogli: Ja, das ist ja auch eigentlich wieder etwas, was jede und jeder interessant finden sollte. Das geht ja wirklich jeden an, in jeder Hinsicht. Nun sind es ja verschiedene Standorte.
Sagten Sie auch wirklich eine Menge an Vorträgen. Wenn ich jetzt bei dem einen Standort bin, da gibt es ja sogar Möglichkeiten, trotzdem von dem anderen, das wird übertragen teilweise, was mitzubekommen.
Prof. Diana Lüftner: Wir haben unsere zwei, ich nenne es mal so schön englisch, Keynote Lectures, also die wichtigsten Vorträge, die streamen wir zwischen den Standorten. Das heißt für die Themen Hautbarriere, Narbenpflege und natürlich, Herr Michalsen, die Ernährungsansätze in der Onkologie. Da ist es egal, ob man nach Buckow oder nach Rüdersdorf geht, weil die werden gestreamt, die sind auf beiden Standorten dann vorhanden.
Und dann kann man sich eben auch schon ausdenken, interessiere ich mich mehr für chronische Bluterkrankungen im Alter, das ist dann nur in Rüdersdorf, oder interessiert mich zum Beispiel mehr die Strahlentherapie bei Prostatakarzinom, das wäre dann bei uns in Bukow.
Julia Nogli: Okay, das werden wir auch verlinken, kann man auch bei uns bei www.paradiso.de das ganze Programm anschauen. 25. April ist das dann, geht ja stundenlang, da reicht es vielleicht auch, wenn man für zwei Stunden vorbeischaut.
Anmelden muss man sich nicht?
Prof. Diana Lüftner: Sie müssen sich nicht anmelden, außer wenn Sie wirklich eine Frage im Rahmen der plastischen Chirurgie haben, damit wir Sie zu entsprechenden Zeiten eintakten können.
Julia Nogli: Okay, nun sind Sie ja so in diesen Themen drin und berichten mir hier regelmäßig auch von neuen Forschungsergebnissen und Ansätzen in der Therapie. Da gibt es auch bei Brustkrebs neue Entwicklungen?
Prof. Diana Lüftner: Bei Brustkrebs, gerade bei frühem Brustkrebs, haben wir wirklich tatsächlich noch bessere Möglichkeiten, entsprechend dem Risiko der Patientin adaptiert zu behandeln. Wir haben Ergänzungen zu der normalen antihormonellen Therapie bei Patientinnen, die ein mittleres oder ein höheres Risiko haben, noch einen zweiten Wirkstoff dazuzugeben. Das nennt man CTK4-6-Inhibitor für zwei bis drei Jahre, sodass man insgesamt sagen kann, dass das Rückfallrisiko dieser Patientin noch mal deutlich reduziert werden konnte.
Auch das Gesamtüberleben dieser Risikopatientin verbessert werden kann, deswegen ist es wichtig, dass man sich da immer gut beraten lässt für diese Therapien. Und es kommen jetzt im Laufe des Jahres noch neue Substanzen dazu, die diese Therapien noch mal ergänzen und sogar bei gleichiger Risikoreduktion weniger aufwendig machen. Also richtig gute Ansätze in der Onkologie für Brustkrebspatienten.
Julia Nogli: Okay, ja und ganz vieles davon wird sozusagen vermittelt wie in einer Uni für Privatleute einfach so beim vierten Immanuel Krebsforum am 25. April. Ich wünsche Ihnen da viel Erfolg dabei, ist ja auch nicht zum ersten Mal, dass Sie das machen und einen guten Zulauf, das ist wohl so, oder?
Prof. Diana Lüftner: Ja, tatsächlich ist es so, wir haben immer sehr viele Interessierte, natürlich die entsprechenden Patientinnen und Patienten, die in der Klinik sind, aber auch aus der Bevölkerung kommen. Wir haben ja offene Häuser im wahrsten Sinne des Wortes, kann jeder kommen und der Zuspruch ist eigentlich sehr, sehr groß.
Julia Nogli: Ja, und wenn Sie auch vorbeischauen möchten in den Immanuel Kliniken Rüdersdorf und Märkische Schweiz am Samstag, dem 25. April, alle Infos zum Immanuel Krebsforum hier auf www.paradiso.de direkt bei der Sendung Natürlich Gesund. Einen angenehmen Abend für Sie mit Radio Paradiso.