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Handwerkliche Produkte aus der Ergotherapie stehen jetzt im Zentrum
Viele tolle Werkstücke aus der Ergotherapie des Immanuel Therapiezentrums Röthof werden in einem neuen Laden am Altmarkt in der Innenstadt von Schmalkalden angeboten.
Als Initiative gegen das Ladensterben in Kleinstädten wurde am 1. April im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Schmalkalden Thomas Kaminski - mitten am schönen Altmarkt in der Innenstadt von Schmalkalden - ein neuer Laden eröffnet. Hier werden ausschließlich regionale Produkte angeboten, und mit dabei sind viele tolle Werkstücke aus der Ergotherapie des Immanuel Therapiezentrums Röthof. Die Objekte aus Holz und Ton stehen nun neben Waren eines bekannten Süßwarenherstellers mit langer Tradition in der Stadt, neben Werkzeugen aus lokaler Produktion, den besten Thüringer Bratwürsten und allerlei anderen regionalen Leckereien. Sie sind damit nicht mehr nur im sonntäglichen Hofcafé auf dem Röthof oder bei besonderen lokalen Märkten zu erwerben, sondern auch werktags für alle Bürgerinnen und Bürger der Region und die vielen Tagesstouristen in Schmalkalden erhältlich.
Diana Wolff, Einrichtungsleiterin des Therapiezentrums, betont: „Darauf sind wir unwahrscheinlich stolz. Es gibt unseren Bewohnern viel Anerkennung und Wertschätzung, dass ihre Arbeiten wie selbstverständlich neben namhaften Produkten im Ladenregal stehen.“ Menschen mit Suchterkrankung würden noch immer eher stigmatisiert, stünden für gewöhnlich am Rande der Gesellschaft, gelten als willensschwach oder gar als „verlorene Seelen“, so Wolff weiter. Das Team vom Immanuel Therapiezentrum Röthof hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieser verzerrten, vereinfachten Vorstellung von einer komplexen Erkrankung entgegenzuwirken. Dazu gehört es auch, die Menschen und ihr Wirken sichtbar zu machen.
Alle Röthofer Bewohnerprojekte – das Holz-WERK, das Back-WERK, das Honig-WERK und die Ponykids – folgen diesem Grundgedanken und sind Ausdruck einer modernen Suchtkrankenhilfe auf der Grundlage des Bundesteilhabegesetzes. Deren Ziel ist es, Menschen mit Suchterkrankungen in ihrer gesamten Lebenssituation zu unterstützen und ihnen Wege zu Stabilisierung, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion zu eröffnen. Abstinenz kann ein wesentliches Ziel sein, sie steht jedoch nicht ausschließlich im Zentrum. Vielmehr geht es um die Förderung einer möglichst hohen Lebensqualität, um selbstbestimmte Teilhabe und gesellschaftliche Integration – gemäß den individuellen Bedürfnissen, Wünschen, Ressourcen und Zielen der Menschen, die im Immanuel Therapiezentrum Röthof begleitet werden. Die Suchtkrankenhilfe soll keine ausgrenzenden Sonderstrukturen schaffen, sondern ihre Arbeit noch stärker in das Gemeinwesen öffnen, Kooperationen mit Nachbarschaften, Vereinen und anderen sozialen Räumen suchen und so Barrieren abbauen.
Titelbild: V.l.: Ehrenamtsbeauftragter der Thüringer Staatskanzlei Guntram Wothly, Bürgermeister der Stadt Schmalkalden, Thomas Kaminski, die Bewohner Daniel Gumpert und Flynn-Noah Dykof, Einrichtungsleiterin Diana Wolff und Bewohner Michael Leonhardt




