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30 Jahre Initiative „still geboren“ im Albertinen Krankenhaus

Die Initiative „still geboren“ im Albertinen Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen hat auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Kirchen in Schnelsen und Niendorf einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für still geborene Kinder gefeiert. 

Die Initiative „still geboren“ wurde im November 1996 von Hebammen, Ärztinnen und Ärzten, Seelsorgenden und betroffenen Eltern im Albertinen Krankenhaus gegründet. Anfangs bestand die Initiative hauptsächlich aus einem Gesprächskreis für Eltern, deren Kind vor der Geburt verstarb, also still geboren wurde. Aus den Erfahrungen dieser Eltern und den Erfahrungen des Teams vor Ort entwickelte sich sehr schnell eine einfühlsame und professionelle Begleitung für betroffene Mütter und Väter, die sich an das Albertinen Geburtszentrum wenden.

Einfühlsame Begleitung für betroffene Familien seit 1996

Zum Angebot gehört neben der intensiven Begleitung während des Krankenhausaufenthaltes der Eltern auch eine Trauergesprächsgruppe. Bereits seit 2002 findet jährlich ein Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Kinder statt. Im darauffolgenden Jahr 2003 wurde eine eigene Grabstelle für still geborene Kinder auf dem Neuen Friedhof Niendorf speziell für Kinder eingerichtet, die laut Gesetz nicht beerdigungspflichtig sind. 2020 wurde diese Grabstätte mit einer doppelt so großen Fläche und einem neuen Gestaltungskonzept erweitert. 

Betroffene, Angehörige und Mitfühlende konnten im Rahmen des Gottesdienstes der Kinder gedenken, die still geboren oder kurz nach der Entbindung verstorben sind. Neben Mitarbeitenden aus dem Albertinen Geburtszentrum waren auch ehemalige Begleiterinnen und Begleiter der Initiative zu dem Gottesdienst gekommen. In einer bewegenden Zeremonie wurden Kerzen mit den Namen der verstorbenen Kinder entzündet. 

Raum für Trauer, Erinnerung und gemeinsames Gedenken

Für Familie Heckert aus der Nähe von Bokholt ist der jährliche Gedenkgottesdienst ein wichtiger Temin. Am 2. Mai 2016 wurde ihr dritter Sohn Ari still geboren. Loraine und Andreas Heckert standen unter Schock. „Wir fanden im Bekanntenkreis wenig Verständnis für unsere anhaltende Trauer, für alle anderen ging das Leben einfach so weiter“, berichtet Loraine Heckert. Erst in der Gesprächsgruppe der Initiative habe man sich verstanden gefühlt und Hilfe erfahren. Mit dabei beim Gottesdienst war auch der achtjährige Laron, der jüngste Sohn der Familie sowie das jüngst aufgenommene Pflegekind. Andreas Heckert: „Wir sind eine große Familie und unser Sternenkind Ari hat einen festen Platz darin.“ 

Familie Heckert war auch beim diesjährigen Gedenkgottesdienst dabei
Familie Heckert war auch beim diesjährigen Gedenkgottesdienst dabei

Der ökumenische Gottesdienst wurde gemeinsam gestaltet von Krankenhausseelsorgerin Pastorin Karin Pusch, Pastor Manfred Ewaldt aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hamburg-Schnelsen, Pastor Fritz Rohde aus der Freien Evangelischen Gemeinde Hamburg-Niendorf, Pastorin Annkatrin Kolbe aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hamburg-Schnelsen, Pastorin Anke Zorn aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Niendorf sowie von Diakon Stephan Klinkhamels aus der Katholischen Pfarrei Heilige Josefina Bakhita. Die Predigt hielt Pastorin Karin Pusch. Birgit Reichelt begleitete den Gottesdienst musikalisch.

Es entstand ein besonderer Raum, um Trauer und Schmerz auszudrücken und vor Gott zu bringen, sowie Trost und Hoffnung zu gewinnen. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Teilnehmenden zu einem Buffet eingeladen, das vom Albertinen Konvent gespendet worden war.

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