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Sie hören zu, halten Unsicherheit mit aus und schenken Zeit – sind einfach da. Seit 30 Jahren begleiten Ehrenamtliche des Diakonie Hospiz Wannsee schwer kranke und sterbende Menschen sowie deren An- und Zugehörige. Mit einem Festakt im Tagungs- und Gästehaus des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf hat der ambulante Hospizdienst im Oktober sein Jubiläum gefeiert. Im Mittelpunkt stand das Engagement der ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter. Rund 120 sind derzeit aktiv.

Die Ehrenamtlichen begleiten Menschen im Berliner Südwesten dort, wo sie leben und versorgt werden: zu Hause, in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und im stationären Hospiz. Sie schenken Aufmerksamkeit und Halt – und schaffen Raum für persönliche Wünsche, Sorgen und Gespräche, der über die medizinische und pflegerische Versorgung hinausgeht.

„Das Ehrenamt kompensiert nicht die Arbeit von Ärzten und professioneller palliativer Pflege, sondern bringt etwas ganz Eigenes mit“, betonte Dr. med. Wiebke Nehls, Chefärztin der Klinik für Palliativmedizin und Geriatrie am Helios Klinikum Emil von Behring, bei der Jubiläumsfeier. Helen Lieb, Ärztin beim JUMiD-Palliativ Care Team Berlin-Südwest, sprach von der „heilenden Kraft des ungeteilten Da-Seins“.

Wie viel diese Begleitung bewirken kann, machten auch die Beiträge von Ehrenamtlichen und einer Angehörigen deutlich. Sie berichteten von Beziehungen, die Orientierung und Verlässlichkeit geben, und davon, wie wertvoll Austausch und ein Stück Normalität in einer Zeit des Abschieds sein können.

Den Grundstein legten engagierte Frauen im Oktober 1996: Sie bauten den ambulanten Hospizdienst auf, begannen Ehrenamtliche auszubilden und setzten sich dafür ein, Sterben und Tod aus dem Verborgenen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Auch die frühe Förderung durch den Berliner Senat unterstützte diese Pionierarbeit. Seitdem wurden in 31 Kursen rund 400 Sterbebegleitende ausgebildet. Sie haben weit über 10.000 Menschen am Lebensende und Tausende Angehörige in ihrer Trauer begleitet.

Die Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes, Silvana Schumacher, würdigte neben dem Ehrenamt die Arbeit der hauptamtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren. Geschäftsführer Walther Seiler betonte, dass die Unterstützung der Träger die kontinuierliche Begleitung über drei Jahrzehnte ermöglicht hat. Heute tragen der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf und die Immanuel Albertinen Diakonie das Diakonie Hospiz Wannsee.

Vom ambulanten Dienst zum umfassenden Hospizangebot

Aus der ambulanten Hospizarbeit entwickelte sich das heutige Angebot des Diakonie Hospiz Wannsee. Anfang 2003 eröffnete das stationäre Hospiz mit professioneller Palliativpflege. Seit 2012 ergänzt der Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Helios Klinikum Emil von Behring die Begleitung und Beratung im Krankenhaus. Seit 2021 besteht dieses Angebot auch im Krankenhaus Waldfriede.

Mehr Informationen zum Diakonie Hospiz Wannsee.