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Es ist ein warmer, fast heißer Sommertag. Die Straßen sind voller Menschen, die Stadt feiert den Christopher Street Day. Seit Wochen hat sich Margot Jentsch auf diesen Tag gefreut. Schon seit vielen Jahren gehört der CSD für sie dazu. Früher gemeinsam mit ihrem Mann, den sie in den fünfziger Jahren auf einem SPD Parteitag kennenlernte, der Liebe ihres Lebens. Für Margot war immer klar: Liebe ist für alle da. Jeder Mensch soll lieben dürfen, wen er oder sie möchte, und dieses Leben frei und sichtbar leben können.

Liebe im Herzen

Heute lebt Margot im Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg. Doch ihre Botschaft ist dieselbe geblieben. Auch in diesem Jahr ist sie wieder beim CSD dabei. Nicht mehr zu Fuß, nicht mehr Hand in Hand mit ihrem Mann, aber mit genauso viel Liebe im Herzen. Sie winkt den Menschen zu, verteilt Küsschen und Komplimente, sucht das Gespräch und feiert gemeinsam mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern diese wunderschöne Vielfalt.

In diesem Jahr waren so viele Bewohnerinnen und Bewohner aus der stationären Pflege wie noch nie dabei. Begleitet wurden sie von zwei Damen aus dem Service Wohnen und auch drei Rikschas, die mitten im Geschehen unsere Seniorinnen und Senioren herumfuhren und für Sichtbarkeit sorgten.

Eine Teilnehmerin im Rollstuhl blickt gemeinsam mit einer anderen Teilnehmerin in die Kamera beim Besuch des Christopher Street Days in Berlin 2026 vom Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg.
Zwei Teilnehmerinnen sitzen in einer Rikscha und blicken in die Kamera beim Besuch des Christopher Street Days in Berlin 2026 vom Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg.
Eine rote Rikscha mit zwei Fahrgästen inmitten einer Menschenmenge beim Besuch des Christopher Street Days in Berlin 2026 vom Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg.
Eine Teilnehmerin im Rollstuhl mit einer LGBTQ-Fahne und einer Blume im Haar beim Besuch des Christopher Street Days in Berlin 2026 vom Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg.

Margot suchte nach dem CSD ihre Schminksachen, die seien einfach weg, und dann erfährt sie von den Angriffen auf das Fest. Auf ihr Fest der Liebe. Das macht sie traurig. Das macht sie wütend. Eine Träne läuft aus ihrem Auge herunter und plötzlich wird ihr Gesicht ganz entschlossen. Für sie steht längst fest: Nächstes Jahr ist sie erst recht wieder dabei. Mit noch mehr Liebe im Herzen. Und bis dahin werden sich ihre Schminksachen bestimmt auch wieder angefunden haben.

Einrichtungsleiter Martin Braungardt macht nach dem Anschlag deutlich: 

„Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und noch weniger dort, wo Liebe und Freiheit gefeiert werden. In Gedanken sind wir bei den Menschen, die verletzt wurden oder ihr Leben verloren. In tiefer Traurigkeit halten wir einen Moment inne für all jene, deren Freude an diesem Tag erschüttert wurde. Möge unsere Haltung der Menschlichkeit, der Würde und der Fürsorge ihnen Kraft schenken und uns daran erinnern, wie wichtig es ist, einander im Geist der Liebe zu schützen.“

Mehr Informationen über das Immanuel Seniorenzentrum Schöneberg